
Skizziert im Rahmen der DACH(L)-Arbeitsgruppe innerhalb des
IDV
(Sitzung
vom 21.April
Präambel
Die in den 1990-er Jahren im Bereich Deutsch als Fremdsprache
gewachsene Tradition der Zusammenarbeit zwischen FachexpertInnen und
Mittlerorganisationen des deutschsprachigen Raumes auf der Basis der
ABCD-Thesen hat sich unter den veränderten Voraussetzungen zu dem
weiter gefassten Konzept der Umsetzung des „D-A-CH-(L)-Prinzips“
entwickelt.
Ausgangspunkte dieses neuen Ansatzes sind unter anderem die
zunehmende globale Vernetzung, die Nützung elektronischer Medien,
die geänderten Bedürfnisse des in vielen Ländern in die
Defensive gedrängten Deutschunterrichts sowie eine immer
engere Verknüpfung zwischen Sprach- und Landeskundevermittlung,
wobei im Hinblick auf die Sprache das plurizentrische Prinzip im
Unterricht wie auch im Prüfungsbereich an Bedeutung gewonnen hat,
was auch einen differenzierten Blick auf die landeskundlichen
Inhalte erfordert.
Hinzu kommt auch, dass die Sensibilisierung für intrakulturelle
Unterschiede im deutschsprachigen Raum zugleich eine
Sensibilisierung für interkulturelle Unterschiede mit sich bringt,
deren Beachtung im Kontext multikultureller und multilingualer
Gesellschaften immer wichtiger wird.
Dies alles zieht Konsequenzen für die Mittlerorganisationen in der
Sprach- und Landeskundevermittlung wie auch in der Aus- und
Fortbildung nach sich.
Es ist notwendig geworden, neu zu definieren, wie wir von außen
wahrgenommen werden wollen und wo die Bedürfnisse unserer Partner im
Rahmen der internationalen Zusammenarbeit liegen.
Was ist das DACH(L)-Prinzip?
Das DACH(L)-Prinzip bedeutet die grundsätzliche Anerkennung der
Vielfalt des deutschsprachigen Raumes und die Bezugnahme auf mehr
als ein Land der Zielsprache Deutsch im Rahmen des Unterrichts der
deutschen Sprache, der Vermittlung von Landeskunde, der Produktion
von Lehrmaterialien sowie der Aus- und Fortbildung von
Unterrichtenden. In der Umsetzung bedeutet dies - im gemeinsamen
Bemühen um die Stützung und Förderung des Deutschunterrichts
weltweit - die gleichwertige Einbeziehung der unterschiedlichen
sprachlichen und landeskundlichen Dimensionen des deutschsprachigen
Raumes im Rahmen wissenschaftlicher Arbeiten, in Aktivitäten der
Mittlerorganisationen sowie bei der Entwicklung von Konzepten und
Projekten.
Getragen wird diese Idee durch die gemeinsame Entwicklung von
Vorgehensweisen und Grundsätzen
durch die Mittlerorganisationen und andere Akteure im Umfeld
des Faches Deutsch als Fremdsprache.
Eine Sensibilisierung für das DACH(L)-Prinzip wird auch für den Bereich DaZ empfohlen.