Der Internationale Deutschlehrerverband

 

DACH(L)-Prinzip

 

Skizziert im Rahmen der DACH(L)-Arbeitsgruppe innerhalb des IDV

(Sitzung vom 21.April 2008 in München)

 

Präambel

Die in den 1990-er Jahren im Bereich Deutsch als Fremdsprache gewachsene Tradition der Zusammenarbeit zwischen FachexpertInnen und Mittlerorganisationen des deutschsprachigen Raumes auf der Basis der ABCD-Thesen hat sich unter den veränderten Voraussetzungen zu dem weiter gefassten Konzept der Umsetzung des „D-A-CH-(L)-Prinzips“ entwickelt.

Ausgangspunkte dieses neuen Ansatzes sind unter anderem die zunehmende globale Vernetzung, die Nützung elektronischer Medien, die geänderten Bedürfnisse des in vielen Ländern in die  Defensive gedrängten Deutschunterrichts sowie eine immer engere Verknüpfung zwischen Sprach- und Landeskundevermittlung, wobei im Hinblick auf die Sprache das plurizentrische Prinzip im Unterricht wie auch im Prüfungsbereich an Bedeutung gewonnen hat, was auch einen differenzierten Blick auf die landeskundlichen Inhalte erfordert.

Hinzu kommt auch, dass die Sensibilisierung für intrakulturelle Unterschiede im deutschsprachigen Raum zugleich eine Sensibilisierung für interkulturelle Unterschiede mit sich bringt, deren Beachtung im Kontext multikultureller und multilingualer Gesellschaften immer wichtiger wird.

Dies alles zieht Konsequenzen für die Mittlerorganisationen in der Sprach- und Landeskundevermittlung wie auch in der Aus- und Fortbildung nach sich.

Es ist notwendig geworden, neu zu definieren, wie wir von außen wahrgenommen werden wollen und wo die Bedürfnisse unserer Partner im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit liegen.

 

 

Was ist das DACH(L)-Prinzip?

Das DACH(L)-Prinzip bedeutet die grundsätzliche Anerkennung der Vielfalt des deutschsprachigen Raumes und die Bezugnahme auf mehr als ein Land der Zielsprache Deutsch im Rahmen des Unterrichts der deutschen Sprache, der Vermittlung von Landeskunde, der Produktion von Lehrmaterialien sowie der Aus- und Fortbildung von Unterrichtenden. In der Umsetzung bedeutet dies - im gemeinsamen Bemühen um die Stützung und Förderung des Deutschunterrichts weltweit - die gleichwertige Einbeziehung der unterschiedlichen sprachlichen und landeskundlichen Dimensionen des deutschsprachigen Raumes im Rahmen wissenschaftlicher Arbeiten, in Aktivitäten der Mittlerorganisationen sowie bei der Entwicklung von Konzepten und Projekten.

Getragen wird diese Idee durch die gemeinsame Entwicklung von Vorgehensweisen und Grundsätzen  durch die Mittlerorganisationen und andere Akteure im Umfeld des Faches Deutsch als Fremdsprache.

 

Eine Sensibilisierung für das DACH(L)-Prinzip wird auch für den Bereich DaZ empfohlen.